Seelenreise: „Zerschelltes Glas in Flammen“

Soll ich gehen? Ich bin müde, nein, ich gehe nicht, denn dort draußen wartet nichts auf mich.“ Aus der Ferne ein Flüstern: „Auf -du kannst nicht bleiben, wo du bist.“ Wie von hauchdünnen Fäden eines unsichtbaren Puppenspielers gezogen bricht sie auf in die trostlose Nacht. Träge setzt sie einen Schritt vor den anderen.  Eine fremde Stimme ruft ihr hinterher: „Bleib stehen!“ Doch sie dreht sich nicht um. Sie wandert durch das kühle Dunkel der Nacht, während lange Schatten an ihr vorüberziehen. Eine Tür wird geöffnet. Im grellen Licht um sie herum bewegen sich Schatten; sie einer von ihnen, doch anders als sie. Leere Augen blicken in leere Augen und bemerken einander gar nicht. Ein Wiedersehen, das nicht wiederholt werden wird, da der Moment gleich Abschied ist. Glas zerschellt vor ihren Füßen und ruft sie auf weiterzuziehen. 

Wie an einer Schnur gezogen weg von der leeren Abschiedsszene. Es gibt ein Ziel, das ihr fremd und gleichzeitig vertraut erscheint. Jenseits von Verstehen folgt sie ohne Umwege. Jemand oder etwas ergreift sie, hüllt sie ein, verführt sie forsch und sie lässt gewähren. Doch dann dreht sich der Wind, die Musik setzt aus und sie entfernt sich sogleich von der Verführung. Den Rücken wendet sie ihr zu und geht einige Schritte ins nichts hinein. Die Musik erklingt wieder und Augen treffen die ihren, sehen, verstehen, wissen – doch sie weiß nichts. Ein weiteres mal lässt sie gewähren und wird direkt vom Boden aufgehoben und mit Leichtigkeit getragen.  

Dass sie zuvor gefallen ist, entgeht ihr dabei. Denn sie denkt nicht und wird auch nicht von den Gedanken gedacht. Sie wird als Note in einem Lied gespielt, die Klänge hallen in ihr wider, sie bricht ab, schüttelt den Kopf, wundert sich. Sogleich spürt sie den Klangteppich vibrierend unter ihren Füßen. Es erinnert sie an etwas lang Verlorenes und Vertrautes. 

Waren sie zuvor schon einmal gemeinsam hier? Sie haben es beide vergessen. Doch kennen sie das eine Lied, obwohl beide es noch nie gehört haben. Der Raum dehnt sich in diesem ewigen Augenblick um sie herum aus und die Zeit weitet sich. Sie verschränken ihre Finger ineinander, als hätten sie dies schon so in dem Leben vor diesem Leben getan. Als die Hände sich schließlich voneinander lösen, wallt brennender Schmerz auf wie zehrende Flammen. Sie jedoch bleiben in Anmut stehen, ohne sich vor dem Verbrennen zu fürchten. Ihr Blick ist nicht auf das lodernden Feuer gerichtet, sondern auf den seinen. Als sie beide bemerken, dass sie hinabgleiten, ist das Feuer zu Asche zerfallen, die sie nicht mehr verzehren kann. Sie sinken hinab auf einen Grund, vom dem sie vorher nichts gewusst haben. 

Dort stehen sie gemeinsam in dem kühlen klaren Wasser und halten einander fest. Sie frieren jetzt nicht mehr. Dass ihnen so bitter kalt gewesen ist, ist jetzt und hier vergessen. Weder Flammen noch Eiseskälte können ihnen auf diesem Grund, auf dem sie verschlungen stehen, etwas anhaben. Sie sind wie zerschelltes Glas in Flammen.

Daniela Pieper. 4.3.2016

Zerschelltes Glas in Flammen

Date einen Mann und keinen Jungen: Wie „Erwachsene Liebe“ wirklich aussieht….

Erwachsene Liebe“ ist etwas, was jeder will, doch nicht jeder weiß, wie er oder sie es erreichen kann. Die Sache mit der Erwachsenenliebe ist folgende: Wir werden es nicht schaffen, bis wir erwachsen werden! Wir unterliegen dem Irrglauben, dass die anderen dafür verantwortlich sind, dass unsere bisherigen Beziehungen nicht gelungen sind. Was wir nicht sehen, ist nur, weil wir erwachsene Liebe wollen, es noch lange nicht heißt, dass wir selbst dafür bereit sind.

Wir müssen zu der Person werden, die wir in unserer Erfüllung von Erwachsenenliebe in dem Partner haben wollen. Es sind also die gleichen Maßstäbe und Qualitäten an uns selbst anzulegen, die wir in einer anderen Person ersehnen. Im Nachhinein betrachtet war ich mit einem „gerechten Anteil“ an Männern zusammen, die eigentlich Jungen waren, die in ihren jüngeren Jahren emotional gefangen waren. Obwohl die Warnzeichen von Anfang an da waren, entschied ich mich, trotzdem weiterzugehen und für die roten Flaggen blind zu machen.  Weil ich nicht akzeptieren wollte, dass der gut aussehende, charmante, witzige Kerl an meiner Seite nicht in der Lage war, in einer Beziehung „erwachsen zu werden“ !

Da ich nicht bereit war, die Wahrheit zu akzeptieren, muss ich zugeben, dass ich auch nicht erwachsen war. Meine Erwartungen an jemanden anderen waren quasi lächerlich, da ich selbst nicht nach diesen Maßstäben lebte. Es machte also Sinn, dass ich Änderungen vornehmen musste, um die Art von Beziehung zu finden, die ich ersehnte. So konnte ich alte Muster verbannen, damit sie sich nicht mehr wiederholten und damit aufhörten, mich wie ein Hund an einer unsichtbaren Leine zu verfolgen.  

Zu der Zeit davor war ich noch in eine Dynamik verwickelt, in der ich naiv daran geglaubt hatte, dass meine ganze Welt beim Ende meiner Beziehung zusammenbrechen würde. Nun sehe ich deutlich, wie jugendlich das war und wie diese kollektiven Spiele uns alle in einer ElternKindAbhängigkeit festhalten. Es ist wie eine Sucht.

Eine erwachsene Beziehung muss sich nicht beeilen. Sie muss auch nicht warten. Es ist eine gute Balance zwischen den beiden. Wir müssen offen sein und die einzigartigen Wege des anderen akzeptieren und mit müheloser Mühe daran arbeiten, bedingungslose Liebe anzubieten. Veränderung ist unheimlich, doch müssen wir unser Bedürfnis loslassen, gleich zu bleiben, nur damit wir uns an das halten können, was sich sicher oder bequem anfühlt. Eines der wichtigsten Dinge, die diese Art von Beziehungen von anderen hervorhebt, ist, dass beide Personen die Verantwortung dafür übernehmen, wer sie sind und werden können, und zugeben können, wo sie beteiligt sind und Verantwortung für tragen.

Diese Beziehungen sind nicht perfekt. Sie werden immer noch ihre eigenen Herausforderungen und Schwierigkeiten haben. Doch der Unterschied besteht darin, dass Probleme mit Reife und auch guter Kommunikation angegangen werden. In einer erwachsenen Beziehung gibt es keine versteckten Pläne, Spiele, Kontrolle oder Manipulation. Alle Karten werden auf dem Tisch ausgelegt, so dass keine Vermutung erforderlich ist oder die Gedanken des anderen nicht gelesen werden müssen. Konversationen fließen frei, egal ob es sich um triviale Themen oder um tiefe und intensive Emotionen handelt.

Wenn wir uns selbst kompromittieren und opfern, mit dem was wir für unsere Beziehung tun, machen wir auch das Licht in uns selbst aus. Es ist absolut möglich, vollständig zu leben und bedingungslos zu lieben, ohne dass eine andere Person die große Verantwortung hat, derjenige zu sein, der all unsere Bedürfnisse erfüllt. Es ist fast unmöglich, dass zwei Personen einander alles sind und gleichzeitig alles für sich selbst bereitstellen.

Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, nicht direkt in den Schatten der anderen Person hinein zu laufen oder das eigene oder das Licht des Gegenübers zu dimmen. Zwei Personen sollten vollständig nebeneinander leuchten können, ohne wechselseitig überschattet zu werden. Der strahlende Schein dieser beiden Lichter ist die sogenannte „Erwachsene Liebe“.

Das Spiel in der Liebe verändern: Win-win-win statt Tauschgeschäft

Das Loslassen des Schmerzes, der mit Männern verbunden ist, die sich niemals für uns als Partnerin entscheiden, besteht teilweise darin, zu erkennen, dass die Entscheidungen dieser Männer niemals wirklich von uns abhingen. Wir können Männer nicht dazu zwingen, so zu werden, wie wir sie brauchen, und wir können nicht willentlich ändern oder kontrollieren, wie sie uns lieben. Oder wie sie ihre Gefühle für uns in Verhalten ummünzen. Wir können sie einfach nur einladen, uns in der Mitte der gemeinsamen Brücke zu treffen, und wenn sie es tatsächlich können, wooow. Erstaunliche Sache.  

Wobei dann jeder hundert Prozent von seinen fünfzig Prozent des WIRs einbringt und nicht nur die Hälfte, um zu warten, was vom anderen kommt. Letzteres ist wieder nur ein Tauschgeschäft a la „Wenn Du mir dies gibst, geb ich Dir das.“ Wenn die hundert Prozent von jedem nicht möglich sind, wird mehr Platz für diejenigen geschaffen, die es tatsächlich können.

Dieses neue Liebesparadigma kann auf unseren auf den Liebesmythos trainierten Verstand so wirken wie eine abweisende Art zu lieben. Aber wenn sich eine Beziehung schwer anfühlt und wir unser Leben damit verbringen, unseren Partner oder unser Date davon zu überzeugen, sich zu verändern und uns so zu lieben, wie wir es verdienen, ist das Leben dann sinnvoll angelegt? Es gibt so viele wunderbare große Männerherzen, die, obwohl sie vielleicht nicht genau wissen wie sie es anstellen sollen, bereit sind, sich uns auf der Reise anzuschließen und zu lernen. 

Sie sind bereit zu versuchen zu verstehen, wie wir lieben und was wir in der Liebe und Sexualität brauchen. Diese inspirierenden statt beraubenden Männer erklären sich damit einverstanden, die andere Seite dieser Vereinbarung zu erfüllen. Wenn wir anfangen, unseren Herzen tiefer als wir trainiert wurden zu folgen und das Bedürfnis loszulassen, alles zu kontrollieren, werden wir sehen, dass die Welt wunderbare Möglichkeiten zu bieten hat. Und genau die Spiegel zu unseren mutigen Entscheidungen, die wir vor uns und unserem Schöpfer treffen, in unser Leben bringen wird. 

Wenn wir uns für Freiheit vom konditionierten Nervensystem entscheiden, ziehen wir Ereignisse und Personen in unser Leben, die diese neue befreite Wahl zu uns zurückspiegeln. Das Spiel der Liebe und Sexualität wandelt sich dann grundlegend. Und es wird von einem beraubenden oder auf Dauer langweilenden Tauschgeschäft zu einem ehrenden ermächtigen Spiel. Dieses neue Liebesparadigma steuert einen Win für sie, einen Win für ihn und einen Win für das Leben im größtmöglichen Sinne bei.

Und genau so löst sich die Schräglage der HollywoodLiebesfantasien und Songtext-Gaukelein auf und wird zu einem fruchtbaren Neuland für alle.

CFF68153-A816-4F1F-9DC5-6F29CE44F84A

Neuland der Ko-Kreativität

 

Notiz auf dem Nachttischschrank an den männlichen Geliebten

Inspirateure – männlich und weiblich

Geliebter, danke für das Liebesspiel mit zwei Körpern und dass Du mich so hingerissen hast mit Deiner vollen Männlichkeit. Meine Stärke als Deine Geliebte ist ja die Fähigkeit, mich als zwei Körper hingebungsvoll für die bedingungslose Liebe zu öffnen. Indem ich mich Dir voller Hingabe geöffnet habe, wurde ich ZWEI die sich als eine Liebe öffnen. Meine ergebene Sehnsucht hat dich mehrfach über Deine angsterfüllten Schalen hinweg in mich hineingezogen. Diese Schalen waren später wieder da, als ich die Wohnung und Dein Bett verlassen hatte.

Doch in Deinem privaten Rahmen vermochte ich es Dich tief in mein Herz und meinen Körper hineinzuziehen. Ich war die von Dir Hingerissene und führte Dich über meinen Körper, dem ich Zugang zu meiner animalischen Energie gewährt habe. Dadurch hast Du es vollbracht Dein letztes Festhalten am Getrennten zu überwinden.

Die kollektive Angst vor Vergewaltigung habe ich dabei integriert und auf einer höheren Ebene wieder zusammengeführt – mit meiner tiefen Sehnsucht danach von Dir genommen zu werden, mein männlicher Hinreißer. Auch das hat sich hinterher ohne meine körperliche Anwesenheit in Deinen Räumen wieder ins Gegenteil umgedreht. Als wir jedoch unsere Körper leidenschaftlich als eine einzige Liebe geöffnet haben hat sich meine Lust entfaltet- wellenartig, immer tiefer. Wir standen beide in Flammen und haben uns ergeben, mein göttlicher kosmischer Held.

Noch Tage nach unserem Liebesspiel in Deiner Wohnung hat mein Körper vibriert und mein Unterleib war entspannt und voll. Gemeinsam mit zwei hingegebenen Körpern konnten wir uns tiefer hingeben als es gewöhnlich möglich ist.

In diesen Momenten konntest Du gar nicht anders als Deine Gefühllosigkeit überwinden. Und dies war Ausdruck einer tieferen Wahrheit und einer wahrhaftigeren Realität, als die, in die wir beide hineintrainiert wurden, mein maskuliner galaktischer sinnlicher Geliebter.

Der Mythos von den 11 Minuten beim Onlinedating

Überall sieht man Werbung für das Datingportal Parship, auf dem man sich in 11 Minuten verlieben soll- Leuchtwerbung an den Bushaltestellen und in den Innenstädten. Einmal kostenintensiv dort angemeldet, sitzt man jedoch vor einem virtuellen Regal voller leerer Angebote. Es kann auf wache Frauen so wirken, als seinen dort nur Lügner, Betrüger, Erpresser, Verwirrte, Verirrte, Peterpanjungs, Nähephobiker und Bettler im Pool. Ein anderer Anteil dieser bewussten Frauen sieht gar niemanden in den Profilen, dem virtuellen Lächeln und Nachrichten. Weil das, was sich da online ausdrückt, nicht die wirklichen Männer sind. Wer sie in tieferer Bedeutung von Realität sind. Denn in dieser Perspektive sind 99% jemand anderes. Sie sind der bunte und innerlich radikal freie Drachen statt der gesellschaftlich trainierte Hund, der aufs Kommando in immer gleicher vorhersehbarer Weise reagiert.

Deshalb ist auf gewisse Weise gar niemand in dem Portal. Während gleichzeitig viel Lärm um nichts entsteht – beim Nachrichten, Hobbies und Fotofreigaben austauschen. All die bedeutungslosen sinnleeren Nachrichten hin und her auf der Suche nach den 11 Minuten, die immer in 11 Minuten kommen werden. Niemals jetzt. Da wo die anfassbare Realität des Lebens stattfindet. Das ganze www- oder App-Kaufhaus ist verkramt und schillernd blinkend voll doch wenn man die Packungen aufmacht ist nichts drin außer Füllstoffe. Nur Werbung. Kein werthaltiges Produkt dahinter. Die bewussten Männer, die einen Impuls erkennen können und dann wählen, wie sie daraufhin handeln wollen, sind selten. Es gibt sie überall und nirgends. Vielleicht gibt es einen von tausend auch bei Parship. Ansonsten ein bedeutungsloses Kaufhaus der Illusion. Ein Neuzeit-Woolworth mit real leeren Regalen, wo nur Hologramme in Displays stehen, die ihrerseits pompösen permanenten Lärm machen. Wir müssen den Ort, der fruchtbare und gesunde Liebe erblühen lässt, gemeinsam neu erschaffen. Denn diese Oase gibt es hier noch nicht. Es gibt nur das alte Paradigma, den Hollywoodmythos der Liebe, das nirgends hinführt. Eine Übung des Gelingens gibt es zur Zeit offensichtlich nicht. Die Männer scheinen regelmäßig in Wiederholungsschleife vor eine innere Glasdecke zu laufen. Erkennen diese Decke anscheinends nicht, weil sie durchsichtig ist. So machen sie immer weiter wie ein trainiertes Trabrennpferd. Frauen sind keine Konsumgüter im virtuellen Supermarkt, die man objektifizieren und erwerben kann. Um sie dann zu besitzen.

5E90D177-CA54-4667-9E8E-61EABD549BD1

Onlinedatingprofil nach einer integralen Beratung zur authentischen Sichtbarkeit

Diese erdachte konstruierte Fantasiefrau existiert da draußen nicht, vielleicht irgendwann mal als Hologramm wie in Science Fiction Movies. Es gibt im großen Kollektiv kaum Ehrung für das wahre Weibliche. Dabei ist es das was wir wirklich brauchen, um uns alle aus der menschlichen Schräglage zu retten. Die Männer schätzen entweder ihren eigenen weiblichen Chaosanteil nicht. Sie strategisieren sich zur Traumfrau wie zum Karrierejob mit einem 10-Steps-Plan. Das gelingt nicht dauerhaft und finden keine Inspiration mehr. Sie brauchen unsere Hilfe. Oder sie sind nur mit dem weiblichen Chaos-Fülle-Anteil in Verbindung und verlassen ihre männliche Quelle aus Angst vor dem Raubtier oder Täter. Und dann interessiert uns langfristig der Tanz mit ihnen nicht mehr, weil wir uns in Wahrheit nach dem Raubtier sehnen. Dem Alpha mit Empathiereflex statt Tötungsreflex allerdings. Nicht dem langweiligen Macho oder rigiden Patriarchen. Und wenn wir Frauen nicht handeln tragen wir mit Verantwortung an dem, was passieren wird. Wenn wir das ausgediente Spiel weiter laufen lassen.Und was wir alle genau kommen sehen können, wenn wir die Augen nicht zukneifen. Weil die Fatamorgana Parship oder Dating dann platzt. Und wir ziehen das zuckergussüberzogene Trugbild nunmal der Geröllwüste der Realität vor. Die Männer müssen lernen wie sie mit echten Frauen in Verbindung treten. Und nicht mit www- oder App-Barbie oder der idealisierten Version ihrer Mutter, von der sie online träumen.

Daniela Pieper, Hannover 2018

Der ewige Geliebte

Der ewige Geliebte

Ihr Herz ist einsam und ihr Leben leer. Die Sehnsucht in ihrem Herzen lässt sie zu, obwohl sie schmerzt. Hingabe führt sie dann an einen unbekannten Ort.

In ihrer schonungslosen Offenheit treffen dort fremde Augen auf die ihren. Sie hat keine Angst, noch nicht. Eine Frage in unbekannter Sprache, seltsam und magisch, wird ihr gestellt. Die Bewegungen beider beantworten sich wissend und kennend seit Tausendundeinem Leben. Glück strömt in sie hinein, durch ihn hindurch und füllt den gesamten Raum mit leuchtender Vibration. Sie beide tauchen ein in den ewigen stillen Raum inmitten von Musik. Sie nehmen einander auf, kosten einander auf stille laute Weise. Schon wagt sie es, weil sie es magnetisch will. Die Sehnsucht nach dem ewigen Geliebten zerbricht die Wand aus Glas. Ein Klirren und Tausend Scherben fallen.

Sie schmelzen ineinander hinein, verlieren sich und gewinnen alles für diesen ewiglichen Moment. Der ewige Geliebte und die Seine geben auf und werden wiedergeboren als die Liebe. Die Liebe bewegt sie, benutzt ihre Körper, ihre Lippen, ihre Hände. Und die Umarmung, nach der sie sich ohne es zu wissen immer gesehnt hatten, nimmt beiden die formlose Last für immer ab.

Beide sind jetzt und für weitere Tausendundein Leben die Liebe. Sie sind sie, ja die Liebe selbst.

 

„Hattest Du auch schon mal das Gefühl in der Liebe unter einer innerern Glasdecke zu sitzen, die Du nicht durchbrechen kannst? Was wäre, wenn Du sie mit Kreativität, Wachheit und Unschuld zerschlagen könntest? Um auf der anderen Seite das zu finden, was Du schon immer gesucht hast?“

In brennender Sehnsucht entflammt: Liebesneuland statt Konkurrenz

In brennender Sehnsucht entflammt: Liebesneuland statt Konkurrenz

Hast Du Dich auch schon mal gefragt, wie die Paarbegegnung zwischen Mann und Frau in der Zukunft gelingen wird? Diese Fantasiereise beschreibt den kreativen Weg ins Neuland der Liebe.“

In brennender Sehnsucht entflammt geht sie hinaus in die klare Nacht – untröstlich sehnend nach der Heimat. Sie sucht den schmalen Weg zu betreten, der zum Leben führt. Vermummt steigt sie die geheime Treppe empor oder hinab.  In einer freudig-aufgeregten Gestimmtheit fürchtet sie sich vor der altbekannten Finsternis. Sie ist von den Armen herabgelassen worden und gewöhnt sich daran auf den eigenen Füßen zu gehen.

Entbrannt und aufgewühlt durchschreitet sie die hohe Halle und tritt hinaus in die sternenklare Nacht. Im Schutz der Dunkelheit legt sie die vermummenden Gewänder ab. Ohne ihre ausgesprochene Erlaubnis kann er nun damit beginnen, sie durch die Wüsteneinsamkeiten zu führen. Beide durchschreiten in einer langen Genesung ruhelose Wege der Erde. Die grüne metallene Seide ihrer beider filigranen Gewänder entbehrt nichts. Er weiß, dass sie auf halbem  Wege der eignen Armseligkeit nachtrauern wird. Von Zeit zu Zeit für eine Weile spendet er ihr deshalb einen Atemhauch lang kühlenden Schatten. Sie jedoch hindert sich auf brennenden Fußsohlen selbst am Weitergehen und welkt wie eine Wüstenblume.

Er kann nur dabei zusehen, wie der Schatten des schrecklichen Engels sie mitten im mühsamen nirgends umfasst.Alsbald wird ihr Durst ihr so übermächtig gewahr, dass sie meint, dass er sie sterben ließe. Finsternisse umgeben ihren Blick. „Ich werde zu nichts“, sagt sie „und zunichte gemacht und weiß nichts.“ Scheinlächelnd legt sie ihr seidig grünes Festgewand ab, um sich in Lumpen zu hüllen. Doch ihr Licht wird auch ohne die kostbare Robe in der Finsternis aufscheinen. Wie ein Polarstern am Nachthimmel ist sie jetzt für immer sichtbar für ihn. Da wo ihr Licht scheint, ist von nun an seine Heimat. Und gleichzeitig ist damit auch sie daheim.

Daniela Pieper – inspiriert von dem Buch „Die dunkle Nacht der Seele“ von Johannes vom Kreuz, das ich 2016 las. Meine eigene dunkle Nacht der Seele war 2015.